Verwendung der Anweisungen SET_TINT, CAN_TINT, ACT_TINT, QRY_TINT (S7-300, S7-400) - STEP 7

Erweiterte Anweisungen (S7-300, S7-400)

ft:publication_title
Erweiterte Anweisungen (S7-300, S7-400)
Product
STEP 7
Version
V20
Publication date
11/2024
Language
de-DE
Verwendung der Anweisungen SET_TINT, CAN_TINT, ACT_TINT, QRY_TINT

Definition

Ein Uhrzeitalarm ist die Ursache für den uhrzeitgesteuerten Aufruf eines Uhrzeitalarm-OBs.

Voraussetzungen für Aufruf

Damit ein Uhrzeitalarm-OB vom Betriebssystem aufgerufen werden kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Der Uhrzeitalarm-OB muss parametriert sein (Startdatum und -uhrzeit, Ausführung)

    • Per Projektierung oder

    • mit der Anweisung "SET_TINT" im Anwenderprogramm.

  • Der Uhrzeitalarm-OB muss aktiviert sein

    • Per Projektierung oder

    • mit der Anweisung "ACT_TINT" im Anwenderprogramm.

  • Der Uhrzeitalarm-OB darf nicht per Projektierung abgewählt worden sein.

  • Der Uhrzeitalarm-OB muss in der CPU vorhanden sein.

  • Falls das Stellen über die Anweisung "ACT_TINT" erfolgt, dürfen Startdatum und -uhrzeit bei einmaliger Ausführung nicht abgelaufen sein; bei periodischer Ausführung wird der Uhrzeitalarm-OB zur nächsten abgelaufenen Periode aufgerufen (Startzeitpunkt + Vielfaches der Periodendauer).

    Hinweis

    Sie können den Uhrzeitalarm mit dem Projektierungswerkzeug parametrieren und im Anwenderprogramm aktivieren ("ACT_TINT").

Zweck der Anweisungen "SET_TINT", "CAN_TINT", "ACT_TINT" und "QRY_TINT"

Die Anweisungen verwenden Sie, um Uhrzeitalarme

Auswirkungen auf den Uhrzeitalarm

Die folgende Tabelle zeigt, welche Situationen welche Auswirkungen auf den Uhrzeitalarm haben.

Wenn ...

dann ...

ein Uhrzeitalarm neu gestellt wird

(Aufruf von "SET_TINT"),

wird automatisch der laufende Uhrzeitalarm storniert.

der Uhrzeitalarm storniert wird

(Aufruf von "CAN_TINT"),

werden Startdatum und -uhrzeit gelöscht. Der Uhrzeitalarm muss daher zunächst neu gestellt werden, bevor er aktiviert werden kann.

der Uhrzeitalarm-OB nicht vorhanden ist zum Zeitpunkt des Aufrufs,

wird automatisch ein Prioritätsklassenfehler erzeugt; d. h. das Betriebssystem ruft den OB 85 auf.

Wenn der OB 85 nicht vorhanden ist, geht die CPU in den Betriebszustand STOP.

die Uhr synchronisiert bzw. die Uhrzeit vorgestellt wird

Falls Startdatum/-uhrzeit beim Vorstellen übersprungen wurden:

  • Das Betriebssystem ruft den OB 80 auf.1

  • Im Anschluss an den OB 80 wird jeder übersprungene Uhrzeitalarm-OB aufgerufen (einmal, unabhängig von der Anzahl der übersprungenen Perioden), falls er nicht im OB 80 manipuliert wurde.2

Wenn der OB 80 nicht vorhanden ist, geht die CPU in den Betriebszustand STOP.

die Uhr synchronisiert bzw. die Uhrzeit zurückgestellt wird

S7-400-CPUs und CPU 318:
Wenn Uhrzeitalarm-OBs im zurückgestellten Zeitbereich aufgerufen worden sind, dann werden sie beim erneuten Durchlaufen dieser Zeit nicht noch einmal aufgerufen.

S7-300-CPUs: Die betroffenen Uhrzeitalarm-OBs werden alle ausgeführt.

1 In der Startereignisinformation des OB 80 ist verschlüsselt, welche Uhrzeitalarm-OBs durch das Vorstellen nicht aufgerufen werden konnten. Die Uhrzeit in der Startereignisinformation entspricht der vorgestellten Zeit.

2 Die Uhrzeit in der Startereignisinformation des nachgeholten Uhrzeitalarm-OBs entspricht der Startzeit des ersten übersprungenen Uhrzeitalarms.

Verhalten bei Neustart (Warmstart) oder Kaltstart

Bei Neustart (Warmstart) und Kaltstart werden alle im Anwenderprogramm per Anweisungen eingestellten Uhrzeitalarm-Einstellungen gelöscht. Wirksam sind dann die per Projektierung eingestellten Parameter.

Ausführung des Uhrzeitalarm-OBs

Die folgende Tabelle zeigt die unterschiedlichen Auswirkungen des Parameters "Ausführung" auf. Dieser Parameter ist einzustellen per Projektierung bzw. mit der Anweisung "SET_TINT" (Eingangsparameter PERIOD).

Ausführung des Uhrzeitalarm-OBs

Reaktion

keine

(nur per Projektierung einstellbar)

Der Uhrzeitalarm-OB wird nicht ausgeführt, auch wenn er in der CPU vorhanden ist.

Umparametrieren, d. h. Uhrzeitalarm stellen ("SET_TINT") ist im Anwenderprogramm möglich.

einmalig

Der Uhrzeitalarm ist nach Aufruf des Uhrzeitalarm-OBs storniert und kann neu gestellt und aktiviert werden.

periodisch

(minütlich, stündlich, täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich)

Wenn Startdatum und -uhrzeit bereits abgelaufen sind zum Zeitpunkt des Aktivierens, dann unterbricht der Uhrzeitalarm-OB das zyklische Programm zum Zeitpunkt "Startdatum/-uhrzeit + Vielfaches der eingestellten Periodendauer".

In sehr seltenen Fällen kann der Uhrzeitalarm-OB beim nächsten Aufruf noch in Bearbeitung sein.

Folge:

  • Zeitfehler (Betriebssystem ruft OB 80 auf; bei nicht vorhandenem OB 80 geht die CPU in den Betriebszustand STOP)

  • Uhrzeitalarm-OB wird nachbearbeitet.