Zeitliche Unschärfe bei Anweisungen mit Zeitverarbeitung - Safety

Anweisungen STEP 7 Safety V20

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Anweisungen STEP 7 Safety V20
Product
Safety
Version
V20
Publication date
10/2024
Language
de-DE
Zeitliche Unschärfe bei Anweisungen mit Zeitverarbeitung

Beachten Sie bei den folgenden Anweisungen mit Zeitverarbeitung die nachfolgende Warnung:

Warnung

Berücksichtigen Sie bei der Bestimmung Ihrer Reaktionszeiten beim Einsatz einer Anweisung mit Zeitverarbeitung folgende zeitliche Unschärfen:

  • die aus dem Standard-Anwenderprogramm bekannte zeitliche Unschärfe, die durch die zyklische Verarbeitung entsteht

  • die zeitliche Unschärfe, die durch den Aktualisierungszeitpunkt der in der Anweisung verwendeten Zeitbasis entsteht (siehe Bild im Abschnitt "Zeitliche Unschärfe, die durch den Aktualisierungszeitpunkt der in der Anweisung verwendeten Zeitbasis entsteht")

  • die Toleranz der internen Überwachung der Zeiten in der F‑CPU

    • bei Zeitwerten bis 200 ms maximal 4 ms

    • bei Zeitwerten ab 200 ms maximal 2 % des (parametrierten) Zeitwerts

  • die Toleranz der internen Überwachung der Zeiten in der S7-1500 HF‑CPU

    • bei Zeitwerten bis 500 ms maximal 10 ms

    • bei Zeitwerten ab 500 ms maximal 2 % des (parametrierten) Zeitwerts

  • die Toleranz der internen Überwachung der Zeiten in einem S7-1500 F Virtuellen Controller

    ohne eingerichteten Virtual Timeservice:

    • bei Zeitwerten bis 200 ms maximal 5 ms

    • bei Zeitwerten ab 200 ms maximal 2 % des (parametrierten) Zeitwerts plus 1 ms

    mit eingerichtetem Virtual Timeservice:

    • bei Zeitwerten bis 200 ms maximal 10 ms

    • bei Zeitwerten ab 200 ms maximal 2 % des (parametrierten) Zeitwerts plus 6 ms

Sie müssen das Intervall zwischen zwei Aufrufen einer Anweisung mit Zeitverarbeitung so wählen, dass bei Berücksichtigung der möglichen zeitlichen Unschärfen die erforderlichen Reaktionszeiten erreicht werden. (S034)

Zeitliche Unschärfe, die durch den Aktualisierungszeitpunkt der in der Anweisung verwendeten Zeitbasis entsteht:

Der Aufrufzeitpunkt der Anweisung beim ersten Aufruf im Zyklus n+1 in Bezug auf den Beginn der F‑Ablaufgruppe ist um Δ1 früher als im Zyklus n, z. B. weil Teile des Sicherheitsprogramms der F‑Ablaufgruppe vor dem Aufrufzeitpunkt der Anweisung im Zyklus n+1 übersprungen werden. Die Anweisung berücksichtigt bei der Zeitaktualisierung statt der seit dem Aufruf in Zyklus n tatsächlich abgelaufenen Zeit T1 die Zeit TBasis_1.

Die Anweisung wird im Zyklus n+1 ein zweites Mal aufgerufen. Dabei erfolgt keine erneute Zeitaktualisierung (um Δ2).

Der Aufrufzeitpunkt der Anweisung beim Aufruf im Zyklus n+2 in Bezug auf den Beginn der F‑Ablaufgruppe ist um Δ3 später als im Zyklus n, z. B. weil die F‑Ablaufgruppe vor dem Aufrufzeitpunkt der Anweisung im Zyklus n+2 durch einen höherprioren Alarm unterbrochen wurde. Statt der seit dem Aufruf in Zyklus n tatsächlich abgelaufenen Zeit T3 hat die Anweisung die Zeit TBasis_1 + TBasis_2 berücksichtigt. Dies wäre auch dann der Fall, wenn im Zyklus n+1 kein Aufruf erfolgt wäre.