Beschreibung
Diese Anweisung realisiert eine Schutztürüberwachung.
Das Freigabesignal Q wird auf 0 zurückgesetzt, sobald einer der beiden Eingänge IN1 oder IN2 Signalzustand 0 annimmt (Schutztür wird geöffnet). Das Freigabesignal kann erst wieder auf 1 gesetzt werden, wenn:
-
vor dem Schließen der Tür beide Eingänge IN1 und IN2 Signalzustand 0 angenommen haben (Schutztür wurde vollständig geöffnet)
-
anschließend beide Eingänge IN1 und IN2 Signalzustand 1 annehmen (Schutztür ist geschlossen)
-
eine Quittierung erfolgt
Die Quittierung zur Freigabe erfolgt abhängig von der Parametrierung am Eingang ACK_NEC:
-
Bei ACK_NEC = 0 erfolgt eine automatische Quittierung.
-
Bei ACK_NEC = 1 müssen Sie zur Freigabe durch eine steigende Flanke am Eingang ACK quittieren.
Durch den Ausgang ACK_REQ = 1 wird signalisiert, dass zur Quittierung eine Anwenderquittierung am Eingang ACK erforderlich ist. Die Anweisung setzt ACK_REQ = 1, sobald die Tür geschlossen ist. Nach erfolgter Quittierung setzt die Anweisung ACK_REQ auf 0 zurück.
Damit die Anweisung erkennt, ob die Eingänge IN1 und IN2 nur aufgrund einer Passivierung der zugehörigen F‑Peripherie 0 sind, müssen Sie die Eingänge QBAD_IN1 bzw. QBAD_IN2 mit dem QBAD-Signal der zugehörigen F‑Peripherie bzw. QBAD_I_xx-Signal/ dem invertierten Wertstatus der zugehörigen Kanäle versorgen. Damit wird u. a. verhindert, dass Sie bei einer Passivierung der F‑Peripherie die Schutztür vor einer Quittierung vollständig öffnen müssen.
Jedem Aufruf der Anweisung "Schutztürüberwachung" muss ein Datenbereich zugeordnet werden, in dem die Anweisungsdaten gespeichert werden. Dazu wird beim Einfügen der Anweisung im Programm automatisch der Dialog "Aufrufoptionen" geöffnet, in dem Sie einen Datenbaustein (Einzelinstanz) (z. B. SFDOOR_DB_1) oder eine Multiinstanz (z. B. SFDOOR_Instance_1) für die Anweisung "Schutztürüberwachung" erstellen können. Nach dem Erstellen finden Sie den neuen Datenbaustein in der Projektnavigation im Ordner "STEP 7 Safety" unter "Programmbausteine > Systembausteine" oder die Multiinstanz als lokale Variable im Abschnitt "Static" der Schnittstelle des Bausteins. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Hilfe zu STEP 7.
Die Beschaltung des Freigabeeingangs "EN" bzw. des Freigabeausgangs "ENO" ist nicht möglich. Somit wird die Anweisung (unabhängig vom Signalzustand am Freigabeeingang "EN") immer ausgeführt.
|
|
Warnung |
|
Die Parametrierung der Variablen ACK_NEC mit dem Wert "0" ist nur dann erlaubt, wenn ein automatischer Wiederanlauf des betreffenden Prozesses anderweitig ausgeschlossen wird. (S033) |
|
Parameter
Die folgende Tabelle zeigt die Parameter der Anweisung:
|
Parameter |
Deklaration |
Datentyp |
Beschreibung |
|---|---|---|---|
|
IN1 |
Input |
BOOL |
Eingang 1 |
|
IN2 |
Input |
BOOL |
Eingang 2 |
|
QBAD_IN1 |
Input |
BOOL |
QBAD-Signal der F‑Peripherie bzw. QBAD_I_xx-Signal/ invertierter Wertstatus vom Kanal des Eingangs IN1 |
|
QBAD_IN2 |
Input |
BOOL |
QBAD-Signal der F‑Peripherie bzw. QBAD_I_xx-Signal/ invertierter Wertstatus vom Kanal des Eingangs IN2 |
|
OPEN_NEC |
Input |
BOOL |
1=Öffnen erforderlich bei Anlauf |
|
ACK_NEC |
Input |
BOOL |
1=Quittierung erforderlich |
|
ACK |
Input |
BOOL |
Quittierung |
|
Q |
Output |
BOOL |
1=Freigabe, Schutztür geschlossen |
|
ACK_REQ |
Output |
BOOL |
Quittieranforderung |
|
DIAG |
Output |
BYTE |
Nicht fehlersichere Serviceinformation |
Anweisungsversionen
Für diese Anweisung stehen mehrere Versionen zur Verfügung:
|
Version |
S7-300/400 |
S7-1200 G1 |
S7-1200 G2 |
S7-1500 |
Funktion |
|---|---|---|---|---|---|
|
1.0 |
x |
— |
— |
— |
Bei der Migration von Projekten, die mit S7 Distributed Safety V5.4 SP5 erstellt wurden, wird automatisch die Version 1.0 der Anweisung verwendet. Wenn Sie ein migriertes Sicherheitsprogramm mit STEP 7 Safety Advanced erstmalig übersetzen wollen, empfehlen wir Ihnen, zuvor die Version der Anweisung auf die höchste verfügbare Version umzustellen. |
|
1.1 |
x |
— |
— |
o |
Diese Versionen sind funktional identisch zur Version 1.0. |
|
1.2 |
x |
o |
— |
o |
|
|
1.3 |
x |
x |
x |
x |
|
Beim Anlegen einer neuen F-CPU mit STEP 7 Safety ist automatisch die höchste für die angelegte F-CPU verfügbare Version voreingestellt.
Weitere Informationen zur Verwendung von Anweisungsversionen erhalten Sie in der Hilfe zu STEP 7 unter "Anweisungsversionen verwenden".
Verschaltungsbeispiel
Sie müssen den Öffnerkontakt des Positionsschalters 1 der Schutztür auf Eingang IN1 und den Schließerkontakt des Positionsschalters 2 auf Eingang IN2 verschalten. Positionsschalter 1 muss so angebracht sein, dass er bei geöffneter Schutztür zwangsläufig betätigt ist. Positionsschalter 2 muss so angebracht sein, dass er bei geschlossener Schutztür betätigt ist.
Anlaufverhalten
Nach einem Anlauf des F‑Systems ist das Freigabesignal Q auf 0 zurückgesetzt. Die Quittierung zur Freigabe erfolgt abhängig von der Parametrierung am Eingang OPEN_NEC und ACK_NEC:
-
Bei OPEN_NEC = 0 erfolgt unabhängig von ACK_NEC eine automatische Quittierung, sobald die beiden Eingänge IN1 und IN2 nach Wiedereingliederung der zugehörigen F‑Peripherie erstmalig Signalzustand 1 annehmen (Schutztür ist geschlossen).
-
Bei OPEN_NEC = 1 oder wenn mindestens einer der beiden Eingänge IN1 und IN2 auch noch nach Wiedereingliederung der zugehörigen F‑Peripherie Signalzustand 0 hat, erfolgt abhängig von ACK_NEC eine automatische Quittierung oder Sie müssen zur Freigabe durch eine steigende Flanke am Eingang ACK quittieren. Vor der Quittierung müssen beide Eingänge IN1 und IN2 Signalzustand 0 (Schutztür wurde vollständig geöffnet) und anschließend Signalzustand 1 (Schutztür ist geschlossen) angenommen haben.
|
|
Warnung |
|
Die Parametrierung der Variablen OPEN_NEC mit dem Wert "0" ist nur dann erlaubt, wenn ein automatischer Wiederanlauf des betreffenden Prozesses anderweitig ausgeschlossen wird. (S039) |
|
Ausgang DIAG
Am Ausgang DIAG wird eine nicht fehlersichere Information über aufgetretene Fehler für Servicezwecke zur Verfügung gestellt. Sie können diese über Bedien- und Beobachtungssysteme auslesen oder ggf. in Ihrem Standard-Anwenderprogramm auswerten.
Aufbau von DIAG
|
Bit Nr. |
Belegung |
Mögliche Fehlerursachen |
Abhilfemaßnahmen |
|---|---|---|---|
|
Bit 0 |
Reserve |
— |
— |
|
Bit 1 |
Signalzustand 0 beider Eingänge IN1 und IN2 fehlt |
Schutztür wurde bei OPEN_NEC = 1 nach Anlauf des F‑Systems nicht vollständig geöffnet |
Schutztür vollständig öffnen |
|
geöffnete Schutztür wurde nicht vollständig geöffnet |
Schutztür vollständig öffnen |
||
|
Verdrahtungsfehler |
Verdrahtung der Positionsschalter überprüfen |
||
|
Positionsschalter defekt |
Positionsschalter prüfen |
||
|
Positionsschalter falsch justiert |
Positionsschalter richtig justieren |
||
|
Bit 2 |
Signalzustand 1 beider Eingänge IN1 und IN2 fehlt |
Schutztür wurde nicht geschlossen |
Schutztür schließen |
|
Verdrahtungsfehler |
Verdrahtung der Positionsschalter überprüfen |
||
|
Positionsschalter defekt |
Positionsschalter prüfen |
||
|
Positionsschalter falsch justiert |
Positionsschalter richtig justieren |
||
|
Bit 3 |
QBAD_IN1 und/oder QBAD_IN2 = 1 |
F‑Peripheriefehler, Kanalfehler oder Kommunikationsfehler oder Passivierung über PASS_ON der F‑Peripherie/des Kanals von IN1 und/oder IN2 |
Abhilfe siehe Abschnitt "Aufbau von DIAG", Bits 0 bis 6 unter DIAG |
|
Bit 4 |
Reserve |
— |
— |
|
Bit 5 |
bei fehlender Freigabe: Eingang ACK hat permanent Signalzustand 1 |
Quittiertaster defekt |
Quittiertaster prüfen |
|
Verdrahtungsfehler |
Verdrahtung des Quittiertasters überprüfen |
||
|
Bit 6 |
Quittierung erforderlich |
— |
— |
|
Bit 7 |
Zustand Ausgang Q |
— |
— |
Beispiel
Das folgende Beispiel zeigt die Funktionsweise der Anweisung für F-CPUs S7-300/400:
Das folgende Beispiel zeigt die Funktionsweise der Anweisung für F-CPUs S7-1200/1500: