EV1oo2DI: 1oo2 (2v2)-Auswertung mit Diskrepanzanalyse (STEP 7 Safety V20) - Safety

Anweisungen STEP 7 Safety V20

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Anweisungen STEP 7 Safety V20
Product
Safety
Version
V20
Publication date
10/2024
Language
de-DE
EV1oo2DI: 1oo2 (2v2)-Auswertung mit Diskrepanzanalyse (STEP 7 Safety V20)

Beschreibung

Diese Anweisung realisiert eine 1oo2 (2v2)-Auswertung von zwei einkanaligen Gebern kombiniert mit einer Diskrepanzanalyse.

Der Ausgang Q wird auf 1 gesetzt, wenn die Signalzustände der beiden Eingänge IN1 und IN2 gleich 1 sind und kein Diskrepanzfehler DISC_FLT gespeichert ist. Ist der Signalzustand eines oder beider Eingänge 0, wird der Ausgang Q auf 0 gesetzt.

Sobald die Signalzustände der beiden Eingänge IN1 und IN2 unterschiedlich sind, wird die Diskrepanzzeit DISCTIME gestartet. Sind die Signalzustände der beiden Eingänge auch nach Ablauf der Diskrepanzzeit unterschiedlich, wird ein Diskrepanzfehler erkannt und DISC_FLT auf 1 gesetzt (Wiederanlaufsperre).

Wird zwischen den Eingängen IN1 und IN2 keine Diskrepanz mehr erkannt, erfolgt die Quittierung des Diskrepanzfehlers abhängig von der Parametrierung von ACK_NEC:

  • Bei ACK_NEC = 0 erfolgt eine automatische Quittierung.

  • Bei ACK_NEC = 1 können Sie den Diskrepanzfehler nur durch eine steigende Flanke am Eingang ACK quittieren.

Durch den Ausgang ACK_REQ = 1 wird signalisiert, dass zur Quittierung des Diskrepanzfehlers (Aufheben der Wiederanlaufsperre) eine Anwenderquittierung am Eingang ACK erforderlich ist. Die Anweisung setzt ACK_REQ = 1, sobald keine Diskrepanz mehr erkannt wird. Nach erfolgter Quittierung oder wenn vor einer Quittierung die Signalzustände der beiden Eingänge IN1 und IN2 erneut diskrepant werden, setzt die Anweisung ACK_REQ auf 0 zurück.

Der Ausgang Q kann nie auf 1 gesetzt werden, wenn die Diskrepanzzeit auf Werte < 0 oder > 60 s eingestellt ist. In diesem Fall wird ebenfalls der Ausgang DISC_FLT auf 1 gesetzt (Wiederanlaufsperre). Das Aufrufintervall des Sicherheitsprogramms (z. B. OB 35) muss kleiner sein als die eingestellte Diskrepanzzeit.

Jedem Aufruf der Anweisung "1oo2 (2v2)-Auswertung mit Diskrepanzanalyse" muss ein Datenbereich zugeordnet werden, in dem die Anweisungsdaten gespeichert werden. Dazu wird beim Einfügen der Anweisung im Programm automatisch der Dialog "Aufrufoptionen" geöffnet, in dem Sie einen Datenbaustein (Einzelinstanz) (z. B. EV1oo2DI_DB_1) oder eine Multiinstanz (z. B. EV1oo2DI_Instance_1) für die Anweisung "1oo2 (2v2)-Auswertung mit Diskrepanzanalyse" erstellen können. Nach dem Erstellen finden Sie den neuen Datenbaustein in der Projektnavigation im Ordner "STEP 7 Safety" unter "Programmbausteine > Systembausteine" oder die Multiinstanz als lokale Variable im Abschnitt "Static" der Schnittstelle des Bausteins. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Hilfe zu STEP 7.

Die Beschaltung des Freigabeeingangs "EN" bzw. des Freigabeausgangs "ENO" ist nicht möglich. Somit wird die Anweisung (unabhängig vom Signalzustand am Freigabeeingang "EN") immer ausgeführt.

Warnung

Die Parametrierung der Variablen ACK_NEC mit dem Wert "0" ist nur dann erlaubt, wenn ein automatischer Wiederanlauf des betreffenden Prozesses anderweitig ausgeschlossen wird. (S033)

Parameter

Die folgende Tabelle zeigt die Parameter der Anweisung:

Parameter

Deklaration

Datentyp

Beschreibung

IN1

Input

BOOL

Geber 1

IN2

Input

BOOL

Geber 2

DISCTIME

Input

TIME

Diskrepanzzeit (0 ... 60 s)

ACK_NEC

Input

BOOL

1 = Quittierung erforderlich für Diskrepanzfehler

ACK

Input

BOOL

Quittierung des Diskrepanzfehlers

Q

Output

BOOL

Ausgang

ACK_REQ

Output

BOOL

1 = Quittierung erforderlich

DISC_FLT

Output

BOOL

1 = Diskrepanzfehler

DIAG

Output

BYTE

Nicht fehlersichere Serviceinformation

Anweisungsversionen

Für diese Anweisung stehen mehrere Versionen zur Verfügung:

Version

S7-300/400

S7-1200 G1

S7-1200 G2

S7-1500

Funktion

1.0

x

Bei der Migration von Projekten, die mit S7 Distributed Safety V5.4 SP5 erstellt wurden, wird automatisch die Version 1.0 der Anweisung verwendet.

Wenn Sie ein migriertes Sicherheitsprogramm mit STEP 7 Safety Advanced erstmalig übersetzen wollen, empfehlen wir Ihnen, zuvor die Version der Anweisung auf die höchste verfügbare Version umzustellen.

1.1

x

o

Diese Versionen sind funktional identisch zur Version 1.0.

1.2

x

o

o

1.3

x

x

x

x

Beim Anlegen einer neuen F-CPU mit STEP 7 Safety ist automatisch die höchste für die angelegte F-CPU verfügbare Version voreingestellt.

Weitere Informationen zur Verwendung von Anweisungsversionen erhalten Sie in der Hilfe zu STEP 7 unter "Anweisungsversionen verwenden".

Ansteuerung der Eingänge IN1 und IN2

Die beiden Eingänge IN1 und IN2 müssen so angesteuert werden, dass ihr sicherer Zustand 0 ist.

Beispiel mit QBAD- bzw. QBAD_I_xx-Signal

Bei antivalenten Signalen müssen Sie den Eingang (IN1 bzw. IN2), dem Sie das Gebersignal mit dem sicheren Zustand 1 zuordnen, mit dem QBAD-Signal der zugehörigen F‑Peripherie bzw. QBAD_I_xx-Signal des zugehörigen Kanals (bei F-CPUs S7-300/400) verodern und das Ergebnis negieren. Damit liegt am Eingang IN1 bzw. IN2 Signalzustand 0 an, wenn Ersatzwerte ausgegeben werden.

Beispiel mit Wertstatus

Bei antivalenten Signalen müssen Sie den Eingang (IN1 bzw. IN2), dem Sie das Gebersignal mit dem sicheren Zustand 1 zuordnen, negieren und mit dem Wertstatus des zugehörigen Kanals verunden. Damit liegt am Eingang IN1 bzw. IN2 Signalzustand 0 an, wenn Ersatzwerte ausgegeben werden.

Zeitdiagramme EV1oo2DI

Bei Parametrierung ACK_NEC = 1:

Anlaufverhalten

Hinweis

Wenn die Geber an den Eingängen IN1 und IN2 unterschiedlicher F‑Peripherie zugeordnet sind, kann es nach einem Anlauf des F‑Systems aufgrund eines unterschiedlichen Anlaufverhaltens der F‑Peripherie zu einer unterschiedlich langen Ersatzwertausgabe kommen. Sind die Signalzustände der beiden Eingänge IN1 und IN2 auch nach Ablauf der Diskrepanzzeit DISCTIME diskrepant, wird nach dem Anlauf des F‑Systems ein Diskrepanzfehler erkannt.

Bei ACK_NEC = 1 müssen Sie den Diskrepanzfehler durch eine steigende Flanke am Eingang ACK quittieren.

Ausgang DIAG

Am Ausgang DIAG wird eine nicht fehlersichere Information über aufgetretene Fehler für Servicezwecke zur Verfügung gestellt. Sie können diese über Bedien- und Beobachtungssysteme auslesen oder ggf. in Ihrem Standard-Anwenderprogramm auswerten. Die DIAG-Bits bleiben gespeichert, bis Sie am Eingang ACK quittieren.

Aufbau von DIAG

Bit Nr.

Belegung

Mögliche Fehlerursachen

Abhilfemaßnahmen

Bit 0

Diskrepanzfehler oder falsche Diskrepanzzeit eingestellt
(= Zustand von DISC_FLT)

Sensor defekt

Sensoren prüfen

Verdrahtungsfehler

Verdrahtung der Sensoren prüfen

Geber sind auf unterschiedlicher F‑Peripherie verdrahtet und F‑Peripheriefehler, Kanalfehler oder Kommunikationsfehler oder Passivierung über PASS_ON auf einer F‑Peripherie

Abhilfe siehe Abschnitt "Aufbau von DIAG", Bits 0 bis 6 unter DIAG

Diskrepanzzeit zu niedrig eingestellt

ggf. höhere Diskrepanzzeit einstellen

Diskrepanzzeit < 0 s oder > 60 s eingestellt

Diskrepanzzeit im Bereich von 0 s bis 60 s einstellen

Bit 1

bei Diskrepanzfehler: letzter Signalzustandswechsel war am Eingang IN1

Bit 2

bei Diskrepanzfehler: letzter Signalzustandswechsel war am Eingang IN2

Bit 3

Reserve

Bit 4

Reserve

Bit 5

bei Diskrepanzfehler: Eingang ACK hat permanent Signalzustand 1

Quittiertaster defekt

Quittiertaster austauschen

Verdrahtungsfehler

Verdrahtung des Quittiertasters prüfen

Bit 6

Quittierung erforderlich

Bit 7

Zustand von Ausgang Q

Zeitliche Unschärfe, die durch den Aktualisierungszeitpunkt und die Toleranz der in der Anweisung verwendeten Zeitbasis entsteht

Beachten Sie dazu das Kapitel "Zeitliche Unschärfe bei Anweisungen mit Zeitverarbeitung".

Beispiel

Das folgende Beispiel zeigt die Funktionsweise der Anweisung: