Beschreibung
Diese Anweisung unterstützt die Realisierung einer NOT-HALT/NOT-AUS-Abschaltung mit Quittierung für Stop-Kategorie 0 und 1 zur Erfüllung von Anforderungen aus IEC 60204 oder IEC 61800-5-2. Zur vollständigen Erfüllung der Anforderungen aus der jeweiligen Norm können jedoch weitere in der jeweiligen Norm beschriebene Maßnahmen erforderlich sein.
Das Freigabesignal Q wird auf 0 zurückgesetzt, sobald der Eingang E_STOP den Signalzustand 0 annimmt (Stop-Kategorie 0). Das Freigabesignal Q_DELAY wird nach der am Eingang TIME_DEL eingestellten Verzögerungszeit auf 0 zurückgesetzt (Stop-Kategorie 1).
Das Freigabesignal Q wird erst wieder auf 1 gesetzt, wenn der Eingang E_STOP Signalzustand 1 annimmt und eine Quittierung erfolgt. Die Quittierung zur Freigabe erfolgt abhängig von der Parametrierung am Eingang ACK_NEC:
-
Bei ACK_NEC = 0 erfolgt eine automatische Quittierung.
-
Bei ACK_NEC = 1 müssen Sie zur Freigabe durch eine steigende Flanke am Eingang ACK quittieren.
Durch den Ausgang ACK_REQ wird signalisiert, dass zur Quittierung eine Anwenderquittierung am Eingang ACK erforderlich ist. Die Anweisung setzt den Ausgang ACK_REQ auf 1, sobald der Eingang E_STOP = 1 ist.
Nach erfolgter Quittierung setzt die Anweisung ACK_REQ auf 0 zurück.
Jedem Aufruf der Anweisung "NOT-HALT/NOT-AUS bis Stop-Kategorie 1" muss ein Datenbereich zugeordnet werden, in dem die Anweisungsdaten gespeichert werden. Dazu wird beim Einfügen der Anweisung im Programm automatisch der Dialog "Aufrufoptionen" geöffnet, in dem Sie einen Datenbaustein (Einzelinstanz) (z. B. ESTOP1_DB_1) oder eine Multiinstanz (z. B. ESTOP1_Instance_1) für die Anweisung "NOT-HALT/NOT-AUS bis Stop-Kategorie 1" erstellen können. Nach dem Erstellen finden Sie den neuen Datenbaustein in der Projektnavigation im Ordner "STEP 7 Safety" unter "Programmbausteine > Systembausteine" oder die Multiinstanz als lokale Variable im Abschnitt "Static" der Schnittstelle des Bausteins. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Hilfe zu STEP 7.
Die Beschaltung des Freigabeeingangs "EN" bzw. des Freigabeausgangs "ENO" ist nicht möglich. Somit wird die Anweisung (unabhängig vom Signalzustand am Freigabeeingang "EN") immer ausgeführt.
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Warnung |
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Die Parametrierung der Variablen ACK_NEC mit dem Wert "0" ist nur dann erlaubt, wenn ein automatischer Wiederanlauf des betreffenden Prozesses anderweitig ausgeschlossen wird. (S033) |
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Anmerkung: Bei Zweikanaligkeit gemäß Kategorie 3,4 nach ISO 13849-1:2015 bzw. EN ISO 13849-1:2015 muss die Diskrepanzüberwachung der beiden Öffnerkontakte des NOT-HALT/NOT-AUS bereits durch die F-Peripherie erfolgen. Dazu ist diese entsprechend zu projektieren (Auswertung der Geber: 2-kanalig, äquivalent) und das Ergebnis der Auswertung mit dem Eingang E_STOP zu verschalten. Um dabei die Reaktionszeit nicht durch die Diskrepanzzeit zu beeinflussen, müssen Sie bei der Projektierung für das Diskrepanzverhalten "0-Wert bereitstellen" parametrieren.
Parameter
Die folgende Tabelle zeigt die Parameter der Anweisung:
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Parameter |
Deklaration |
Datentyp |
Beschreibung |
|---|---|---|---|
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E_STOP |
Input |
BOOL |
NOT-HALT/NOT-AUS |
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ACK_NEC |
Input |
BOOL |
1=Quittierung erforderlich |
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ACK |
Input |
BOOL |
1=Quittierung |
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TIME_DEL |
Input |
TIME |
Verzögerungszeit |
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Q |
Output |
BOOL |
1=Freigabe |
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Q_DELAY |
Output |
BOOL |
Freigabe ausschaltverzögert |
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ACK_REQ |
Output |
BOOL |
1=Quittierung erforderlich |
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DIAG |
Output |
BYTE |
Nicht fehlersichere Serviceinformation |
Anweisungsversionen
Für diese Anweisung stehen mehrere Versionen zur Verfügung:
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Version |
S7-300/400 |
S7-1200 G1 |
S7-1200 G2 |
S7-1500 |
Funktion |
|---|---|---|---|---|---|
|
1.0 |
x |
— |
— |
— |
Die Version 1.0 setzt voraus, dass der Baustein F_TOF mit der Nummer FB 186 in der Projektnavigation im Ordner "Programmbausteine / Systembausteine / STEP 7 Safety" vorhanden ist. Bei der Migration von Projekten, die mit S7 Distributed Safety V5.4 SP5 erstellt wurden, wird automatisch die Version 1.0 der Anweisung verwendet. Wenn Sie ein migriertes Sicherheitsprogramm mit STEP 7 Safety Advanced erstmalig übersetzen wollen, empfehlen wir Ihnen, zuvor die Version der Anweisung auf die höchste verfügbare Version umzustellen. Sie vermeiden damit Nummernkonflikte. |
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1.1 |
x |
— |
— |
-— |
Diese Versionen sind funktional identisch zur Version 1.0, setzen jedoch keine bestimmte Nummer des Bausteins F_TOF voraus. |
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1.2 |
x |
— |
— |
o |
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1.3 |
x |
o |
— |
o |
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1.4 |
x |
o |
— |
o |
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1.5 |
x |
x |
— |
x |
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1.6 |
x |
x |
x |
x |
Das Verhalten der Verzögerungszeit TIME_DEL wurde für F-CPUs S7-1200/1500 an das Verhalten von F-CPUs S7-300/400 angeglichen: Beim Wechsel des Eingangs ESTOP (0 -> 1 (inkl. Quittierung) -> 0) während laufender Verzögerungszeit wird die Verzögerungszeit neu gestartet. |
Beim Anlegen einer neuen F-CPU mit STEP 7 Safety ist automatisch die höchste für die angelegte F-CPU verfügbare Version voreingestellt.
Weitere Informationen zur Verwendung von Anweisungsversionen erhalten Sie in der Hilfe zu STEP 7 unter "Anweisungsversionen verwenden".
Anlaufverhalten
Nach einem Anlauf des F‑Systems müssen Sie die Anweisung bei ACK_NEC = 1 durch eine steigende Flanke am Eingang ACK quittieren.
Ausgang DIAG
Am Ausgang DIAG wird eine nicht fehlersichere Information über aufgetretene Fehler für Servicezwecke zur Verfügung gestellt. Sie können diese über Bedien- und Beobachtungssysteme auslesen oder ggf. in Ihrem Standard-Anwenderprogramm auswerten. Die DIAG-Bits 4 und 5 bleiben gespeichert, bis Sie am Eingang ACK quittieren.
Aufbau von DIAG
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Bit Nr. |
Belegung |
Mögliche Fehlerursachen |
Abhilfemaßnahmen |
|---|---|---|---|
|
Bit 0 |
falsche Verzögerungszeit TIM_DEL eingestellt |
Verzögerungszeit < 0 eingestellt |
Verzögerungszeit > 0 einstellen |
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Bit 1 |
Reserve |
— |
— |
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Bit 2 |
Reserve |
— |
— |
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Bit 3 |
Reserve |
— |
— |
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Bit 4 |
Quittierung nicht möglich, da NOT-HALT/NOT-AUS noch aktiv |
NOT-HALT/NOT-AUS-Taster verriegelt |
Verriegelung NOT-HALT/NOT-AUS-Taster lösen |
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F‑Peripheriefehler, Kanalfehler oder Kommunikationsfehler oder Passivierung über PASS_ON der F‑Peripherie des NOT-HALT/NOT-AUS-Tasters |
Abhilfe siehe Abschnitt "Aufbau von DIAG", Bits 0 bis 6 unter DIAG |
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NOT-HALT/NOT-AUS-Taster defekt |
NOT-HALT/NOT-AUS-Taster prüfen |
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Verdrahtungsfehler |
Verdrahtung des NOT-HALT/NOT-AUS-Tasters überprüfen |
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Bit 5 |
bei fehlender Freigabe: Eingang ACK hat permanent Signalzustand 1 |
Quittiertaster defekt |
Quittiertaster prüfen |
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Verdrahtungsfehler |
Verdrahtung des Quittiertasters überprüfen |
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Bit 6 |
Quittierung erforderlich |
— |
— |
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Bit 7 |
Zustand Ausgang Q |
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— |
Zeitliche Unschärfe, die durch den Aktualisierungszeitpunkt und die Toleranz der in der Anweisung verwendeten Zeitbasis entsteht
Beachten Sie dazu das Kapitel "Zeitliche Unschärfe bei Anweisungen mit Zeitverarbeitung".
Beispiel
Das folgende Beispiel zeigt die Funktionsweise der Anweisung: