ESTOP1: NOT-HALT/NOT-AUS bis Stop-Kategorie 1 (STEP 7 Safety V20) - Safety

Anweisungen STEP 7 Safety V20

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Anweisungen STEP 7 Safety V20
Product
Safety
Version
V20
Publication date
10/2024
Language
de-DE
ESTOP1: NOT-HALT/NOT-AUS bis Stop-Kategorie 1 (STEP 7 Safety V20)

Beschreibung

Diese Anweisung unterstützt die Realisierung einer NOT-HALT/NOT-AUS-Abschaltung mit Quittierung für Stop-Kategorie 0 und 1 zur Erfüllung von Anforderungen aus IEC 60204 oder IEC 61800-5-2. Zur vollständigen Erfüllung der Anforderungen aus der jeweiligen Norm können jedoch weitere in der jeweiligen Norm beschriebene Maßnahmen erforderlich sein.

Das Freigabesignal Q wird auf 0 zurückgesetzt, sobald der Eingang E_STOP den Signalzustand 0 annimmt (Stop-Kategorie 0). Das Freigabesignal Q_DELAY wird nach der am Eingang TIME_DEL eingestellten Verzögerungszeit auf 0 zurückgesetzt (Stop-Kategorie 1).

Das Freigabesignal Q wird erst wieder auf 1 gesetzt, wenn der Eingang E_STOP Signalzustand 1 annimmt und eine Quittierung erfolgt. Die Quittierung zur Freigabe erfolgt abhängig von der Parametrierung am Eingang ACK_NEC:

  • Bei ACK_NEC = 0 erfolgt eine automatische Quittierung.

  • Bei ACK_NEC = 1 müssen Sie zur Freigabe durch eine steigende Flanke am Eingang ACK quittieren.

Durch den Ausgang ACK_REQ wird signalisiert, dass zur Quittierung eine Anwenderquittierung am Eingang ACK erforderlich ist. Die Anweisung setzt den Ausgang ACK_REQ auf 1, sobald der Eingang E_STOP = 1 ist.

Nach erfolgter Quittierung setzt die Anweisung ACK_REQ auf 0 zurück.

Jedem Aufruf der Anweisung "NOT-HALT/NOT-AUS bis Stop-Kategorie 1" muss ein Datenbereich zugeordnet werden, in dem die Anweisungsdaten gespeichert werden. Dazu wird beim Einfügen der Anweisung im Programm automatisch der Dialog "Aufrufoptionen" geöffnet, in dem Sie einen Datenbaustein (Einzelinstanz) (z. B. ESTOP1_DB_1) oder eine Multiinstanz (z. B. ESTOP1_Instance_1) für die Anweisung "NOT-HALT/NOT-AUS bis Stop-Kategorie 1" erstellen können. Nach dem Erstellen finden Sie den neuen Datenbaustein in der Projektnavigation im Ordner "STEP 7 Safety" unter "Programmbausteine > Systembausteine" oder die Multiinstanz als lokale Variable im Abschnitt "Static" der Schnittstelle des Bausteins. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Hilfe zu STEP 7.

Die Beschaltung des Freigabeeingangs "EN" bzw. des Freigabeausgangs "ENO" ist nicht möglich. Somit wird die Anweisung (unabhängig vom Signalzustand am Freigabeeingang "EN") immer ausgeführt.

Warnung

Die Parametrierung der Variablen ACK_NEC mit dem Wert "0" ist nur dann erlaubt, wenn ein automatischer Wiederanlauf des betreffenden Prozesses anderweitig ausgeschlossen wird. (S033)

Anmerkung: Bei Zweikanaligkeit gemäß Kategorie 3,4 nach ISO 13849-1:2015 bzw. EN ISO 13849-1:2015 muss die Diskrepanzüberwachung der beiden Öffnerkontakte des NOT-HALT/NOT-AUS bereits durch die F-Peripherie erfolgen. Dazu ist diese entsprechend zu projektieren (Auswertung der Geber: 2-kanalig, äquivalent) und das Ergebnis der Auswertung mit dem Eingang E_STOP zu verschalten. Um dabei die Reaktionszeit nicht durch die Diskrepanzzeit zu beeinflussen, müssen Sie bei der Projektierung für das Diskrepanzverhalten "0-Wert bereitstellen" parametrieren.

Parameter

Die folgende Tabelle zeigt die Parameter der Anweisung:

Parameter

Deklaration

Datentyp

Beschreibung

E_STOP

Input

BOOL

NOT-HALT/NOT-AUS

ACK_NEC

Input

BOOL

1=Quittierung erforderlich

ACK

Input

BOOL

1=Quittierung

TIME_DEL

Input

TIME

Verzögerungszeit

Q

Output

BOOL

1=Freigabe

Q_DELAY

Output

BOOL

Freigabe ausschaltverzögert

ACK_REQ

Output

BOOL

1=Quittierung erforderlich

DIAG

Output

BYTE

Nicht fehlersichere Serviceinformation

Anweisungsversionen

Für diese Anweisung stehen mehrere Versionen zur Verfügung:

Version

S7-300/400

S7-1200 G1

S7-1200 G2

S7-1500

Funktion

1.0

x

Die Version 1.0 setzt voraus, dass der Baustein F_TOF mit der Nummer FB 186 in der Projektnavigation im Ordner "Programmbausteine / Systembausteine / STEP 7 Safety" vorhanden ist.

Bei der Migration von Projekten, die mit S7 Distributed Safety V5.4 SP5 erstellt wurden, wird automatisch die Version 1.0 der Anweisung verwendet. Wenn Sie ein migriertes Sicherheitsprogramm mit STEP 7 Safety Advanced erstmalig übersetzen wollen, empfehlen wir Ihnen, zuvor die Version der Anweisung auf die höchste verfügbare Version umzustellen. Sie vermeiden damit Nummernkonflikte.

1.1

x

-—

Diese Versionen sind funktional identisch zur Version 1.0, setzen jedoch keine bestimmte Nummer des Bausteins F_TOF voraus.

1.2

x

o

1.3

x

o

o

1.4

x

o

o

1.5

x

x

x

1.6

x

x

x

x

Das Verhalten der Verzögerungszeit TIME_DEL wurde für F-CPUs S7-1200/1500 an das Verhalten von F-CPUs S7-300/400 angeglichen: Beim Wechsel des Eingangs ESTOP (0 -> 1 (inkl. Quittierung) -> 0) während laufender Verzögerungszeit wird die Verzögerungszeit neu gestartet.

Beim Anlegen einer neuen F-CPU mit STEP 7 Safety ist automatisch die höchste für die angelegte F-CPU verfügbare Version voreingestellt.

Weitere Informationen zur Verwendung von Anweisungsversionen erhalten Sie in der Hilfe zu STEP 7 unter "Anweisungsversionen verwenden".

Anlaufverhalten

Nach einem Anlauf des F‑Systems müssen Sie die Anweisung bei ACK_NEC = 1 durch eine steigende Flanke am Eingang ACK quittieren.

Ausgang DIAG

Am Ausgang DIAG wird eine nicht fehlersichere Information über aufgetretene Fehler für Servicezwecke zur Verfügung gestellt. Sie können diese über Bedien- und Beobachtungssysteme auslesen oder ggf. in Ihrem Standard-Anwenderprogramm auswerten. Die DIAG-Bits 4 und 5 bleiben gespeichert, bis Sie am Eingang ACK quittieren.

Aufbau von DIAG

Bit Nr.

Belegung

Mögliche Fehlerursachen

Abhilfemaßnahmen

Bit 0

falsche Verzögerungszeit TIM_DEL eingestellt

Verzögerungszeit < 0 eingestellt

Verzögerungszeit > 0 einstellen

Bit 1

Reserve

Bit 2

Reserve

Bit 3

Reserve

Bit 4

Quittierung nicht möglich, da NOT-HALT/NOT-AUS noch aktiv

NOT-HALT/NOT-AUS-Taster verriegelt

Verriegelung NOT-HALT/NOT-AUS-Taster lösen

F‑Peripheriefehler, Kanalfehler oder Kommunikationsfehler oder Passivierung über PASS_ON der F‑Peripherie des NOT-HALT/NOT-AUS-Tasters

Abhilfe siehe Abschnitt "Aufbau von DIAG", Bits 0 bis 6 unter DIAG

NOT-HALT/NOT-AUS-Taster defekt

NOT-HALT/NOT-AUS-Taster prüfen

Verdrahtungsfehler

Verdrahtung des NOT-HALT/NOT-AUS-Tasters überprüfen

Bit 5

bei fehlender Freigabe: Eingang ACK hat permanent Signalzustand 1

Quittiertaster defekt

Quittiertaster prüfen

Verdrahtungsfehler

Verdrahtung des Quittiertasters überprüfen

Bit 6

Quittierung erforderlich
(= Zustand von ACK_REQ)

Bit 7

Zustand Ausgang Q

Zeitliche Unschärfe, die durch den Aktualisierungszeitpunkt und die Toleranz der in der Anweisung verwendeten Zeitbasis entsteht

Beachten Sie dazu das Kapitel "Zeitliche Unschärfe bei Anweisungen mit Zeitverarbeitung".

Beispiel

Das folgende Beispiel zeigt die Funktionsweise der Anweisung: