Einleitung
Die Anweisungen SENDDP und RCVDP setzen Sie ein für das fehlersichere Senden und Empfangen von Daten über:
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sicherheitsgerichtete Master-Master-Kommunikation
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sicherheitsgerichtete Master-Master-Kommunikation zu S7 Distributed Safety
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sicherheitsgerichtete Master-I-Slave-Kommunikation
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sicherheitsgerichtete I-Slave-I-Slave-Kommunikation
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sicherheitsgerichtete IO-Controller-IO-Controller-Kommunikation
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sicherheitsgerichtete IO-Controller-IO-Controller-Kommunikation zu S7 Distributed Safety
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sicherheitsgerichtete IO-Controller-I-Device-Kommunikation
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sicherheitsgerichtete IO-Controller-I-Slave-Kommunikation
Beschreibung
Die Anweisung SENDDP sendet 16 Daten vom Datentyp BOOL und 2 Daten vom Datentyp INT bzw. alternativ ein Datum vom Datentyp DINT (S7-1200, S7-1500) fehlersicher über PROFIBUS DP/PROFINET IO zu einer anderen F‑CPU. Dort können die Daten von der zugehörigen Anweisung RCVDP empfangen werden.
Jedem Aufruf dieser Anweisungen muss ein Datenbereich zugeordnet werden, in dem die Anweisungsdaten gespeichert werden. Dazu wird beim Einfügen der Anweisung im Programm automatisch der Dialog "Aufrufoptionen" geöffnet, in dem Sie einen Datenbaustein (Einzelinstanz) (z. B. RCVDP_DB_1) für diese Anweisungen erstellen können. Nach dem Erstellen finden Sie den neuen Datenbaustein in der Projektnavigation im Ordner "STEP 7 Safety" unter "Programmbausteine > Systembausteine". Weitere Informationen dazu finden Sie in der Hilfe zu STEP 7.
Die Beschaltung des Freigabeeingangs "EN" bzw. des Freigabeausgangs "ENO" ist nicht möglich. Somit wird die Anweisung (unabhängig vom Signalzustand am Freigabeeingang "EN") immer ausgeführt.
An der Anweisung SENDDP werden die zu sendenden Daten (z. B. Ausgänge von anderen F‑Bausteinen/Anweisungen) an den Eingängen SD_BO_xx und SD_I_xx bzw. alternativ SD_DI_00 angelegt.
An der Anweisung RCVDP liegen die empfangenen Daten an den Ausgängen RD_BO_xx und RD_I_xx bzw. alternativ RD_DI_00 zur Weiterverarbeitung durch andere F‑Bausteine/Anweisungen an.
(S7-1200, S7-1500) Am Eingang DINTMODE der Anweisung SENDDP geben Sie an, ob die Daten an den Eingängen SD_I_00 und SD_I_01 oder alternativ das Datum am Eingang SD_DI_00 gesendet wird.
Am Ausgang SENDMODE wird die Betriebsart der F‑CPU mit der Anweisung SENDDP bereitgestellt. Befindet sich die F‑CPU mit der Anweisung SENDDP im deaktivierten Sicherheitsbetrieb, wird der Ausgang SENDMODE = 1.
Die Kommunikation zwischen den F‑CPUs erfolgt verdeckt im Hintergrund über ein spezielles Sicherheitsprotokoll. Dazu müssen Sie die Kommunikationsbeziehung zwischen einer Anweisung SENDDP in einer F‑CPU mit einer Anweisung RCVDP in der anderen F‑CPU durch Vorgabe einer F-Kommunikations-ID an den Eingängen DP_DP_ID der Anweisungen SENDDP und RCVDP festlegen. Zusammengehörige SENDDP und RCVDP erhalten denselben Wert für DP_DP_ID.
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Warnung |
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Der Wert für die jeweilige F-Kommunikations-ID (Eingang DP_DP_ID; Datentyp: INT) ist frei wählbar**, muss jedoch zu jedem Zeitpunkt netzweit* und CPU-weit**** für alle sicherheitsgerichteten Kommunikationsverbindungen eindeutig sein. Die Eindeutigkeit müssen Sie bei der Abnahme des Sicherheitsprogramms in der Sicherheitsdokumentation überprüfen. Sie müssen die Eingänge DP_DP_ID und LADDR beim Aufruf der Anweisung mit konstanten Werten*** versorgen. Direkte schreibende Zugriffe auf DP_DP_ID und LADDR im zugehörigen Instanz-DB sind im Sicherheitsprogramm nicht zulässig! (S016) |
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* Ein Netz besteht aus einem oder mehreren Subnetzen. "Netzweit" bedeutet, über Subnetz-Grenzen hinweg. Bei PROFIBUS umfasst ein Netz alle über PROFIBUS DP erreichbaren Teilnehmer. Bei PROFINET IO umfasst ein Netz alle über RT_Class_1/2/3 (Ethernet/WLAN/Bluetooth, Layer 2) und ggf. RT_Class_UDP (IP, Layer 3) erreichbaren Teilnehmer.
** S7-1200/1500: Ab Version V3.0 der Anweisungen SENDDP bzw. RCVDP wird bei einer F-Kommunikations-ID "0" am Eingang DP_DP_ID keine Kommunikation aufgebaut.
*** S7-1200/1500: Ab Version V3.0 der Anweisungen SENDDP bzw. RCVDP können Sie den Eingang DP_DP_ID auch mit variablen Werten aus einem globalen F-DB versorgen. Auch in diesem Fall müssen Sie bei der Abnahme des Sicherheitsprogramms überprüfen, dass die Eindeutigkeit zu jedem Zeitpunkt gewährleistet ist. Dafür müssen Sie den Algorithmus zur Bildung des variablen Wertes entsprechend überprüfen. Wenn Sie beim Anlauf des Sicherheitsprogramms keine eindeutige F-Kommunikations-ID gewährleisten können, weil diese erst nach Anlauf des Sicherheitsprogramms festgelegt wird, müssen Sie dafür sorgen, dass der Wert am Eingang DP_DP_ID in dieser Phase "0" ist.
**** Bei einem redundanten System S7-1500HF sind beide F-CPUs des redundanten Systems S7-1500HF bzgl. der DP_DP_ID wie eine einzige F-CPU zu betrachten.
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Hinweis Innerhalb eines Sicherheitsprogramms müssen Sie für jeden Aufruf der Anweisungen SENDDP und RCVDP am Eingang LADDR eine andere Anfangsadresse (S7-300, S7-400) bzw. HW-Kennung (S7-1200, S7-1500) parametrieren. Sie müssen für jeden Aufruf der Anweisungen SENDDP und RCVDP einen separaten Instanz-DB verwenden. Sie dürfen diese Anweisungen nicht als Multiinstanzen deklarieren und aufrufen. (S7-300, S7-400) Die Eingänge der Anweisungen RCVDP und RCVS7 dürfen keine Vorverknüpfungen (z. B. Anweisung "UND-Verknüpfung") erhalten. Die Eingänge der Anweisung RCVDP dürfen nicht über vollqualifizierte DB-Zugriffe mit Ausgängen einer in einem vorherigen Netzwerk aufgerufenen RCVDP- oder RCVS7-Anweisung versorgt werden. (S7-1200, S7-1500) Bei DINTMODE = 0 darf der Ausgang RD_DI_00, bei DINTMODE = 1 dürfen die Ausgänge RD_I_xx der Anweisung RCVDP nicht ausgewertet werden. (S7-1200, S7-1500) Die Ausgänge der Anweisungen SENDDP und RCVDP dürfen nicht mit Variablen aus dem Standardanwenderprogramm versorgt werden. Ausnahme: Ausgänge RET_DPRD, RET_DPWR und DIAG. Vollqualifizierte Zugriffe auf DP_DP_ID und LADDR sind im Sicherheitsprogramm nicht möglich. Für einen Ausgang einer RCVDP-Anweisung darf kein Aktualparameter verwendet werden, der bereits für einen Eingang derselben oder einer anderen RCVDP- oder RCVS7-Anweisung verwendet wird. Bei Nichtbeachtung kann die F‑CPU in STOP gehen. Im Diagnosepuffer der F‑CPU wird die Ursache des Diagnoseereignisses eingetragen. |
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Hinweis Zwischen einer Anweisung JMP bzw. JMPN und dem zugehörigen Sprungziel (Sprungmarke) dürfen Sie keine Anweisungen SENDDP/RCVDP einfügen. Vor einer Anweisung SENDDP dürfen Sie keine Anweisung RET einfügen. |
Parameter SENDDP
Die folgende Tabelle zeigt die Parameter der Anweisung SENDDP:
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Parameter |
Deklaration |
Datentyp |
Beschreibung |
|---|---|---|---|
|
SD_BO_00 |
Input |
BOOL |
Sendedatum BOOL 00 |
|
... |
... |
||
|
SD_BO_15 |
Input |
BOOL |
Sendedatum BOOL 15 |
|
SD_I_00 |
Input |
INT |
Sendedatum INT 00 |
|
SD_I_01 |
Input |
INT |
Sendedatum INT 01 |
|
SD_DI_00 |
Input |
DINT |
(S7-1200, S7-1500) (ausgeblendet) Sendedatum DINT 00 |
|
DINTMODE |
Input |
DINT |
(S7-1200, S7-1500) (ausgeblendet) 0=SD_I_00 u. SD_I_01 werden gesendet 1=SD_DI_00 wird gesendet |
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DP_DP_ID |
Input |
INT |
F-Kommunikations-ID zwischen SENDDP und RCVDP |
|
TIMEOUT |
Input |
TIME |
Überwachungszeit in ms für sicherheitsgerichtete Kommunikation (siehe auch Überwachungs- und Reaktionszeiten) |
|
LADDR |
Input |
INT (S7-300, S7-400) HW_SUBMODULE (S7-1200, S7-1500) |
Die Anfangsadresse (S7-300, S7-400) bzw. HW-Kennung (S7-1200, S7-1500) des Adressbereichs/Transferbereichs:
|
|
ERROR |
Output |
BOOL |
1=Kommunikationsfehler |
|
SUBS_ON |
Output |
BOOL |
1=RCVDP gibt Ersatzwerte aus |
|
RET_DPRD |
Output |
WORD |
Nicht fehlersicherer Fehlercode RET_VAL der Anweisung DPRD_DAT (Die Beschreibung der Fehlercodes finden Sie in der Hilfe zur Anweisung DPRD_DAT ("Erweiterte Anweisungen > Dezentrale Peripherie > Weitere").) |
|
RET_DPWR |
Output |
WORD |
Nicht fehlersicherer Fehlercode RET_VAL der Anweisung DPWR_DAT (Die Beschreibung der Fehlercodes finden Sie in der Hilfe zur Anweisung DPWR_DAT ("Erweiterte Anweisungen > Dezentrale Peripherie > Weitere").) |
|
DIAG |
Output |
BYTE |
Nicht fehlersichere Serviceinformation |
Parameter RCVDP:
Die folgende Tabelle zeigt die Parameter der Anweisung RCVDP:
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Parameter |
Deklaration |
Datentyp |
Beschreibung |
|---|---|---|---|
|
ACK_REI |
Input |
BOOL |
1=Quittierung für Wiedereingliederung der Sendedaten nach Kommunikationsfehler |
|
SUBBO_00 |
Input |
BOOL |
Ersatzwert für Empfangsdatum BOOL 00 |
|
... |
... |
||
|
SUBBO_15 |
Input |
BOOL |
Ersatzwert für Empfangsdatum BOOL 15 |
|
SUBI_00 |
Input |
INT |
Ersatzwert für Empfangsdatum INT 00 |
|
SUBI_01 |
Input |
INT |
Ersatzwert für Empfangsdatum INT 01 |
|
SUBDI_00 |
Input |
DINT |
(S7-1200, S7-1500) (ausgeblendet) Ersatzwert für Empfangsdatum DINT 00 |
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DP_DP_ID |
Input |
INT |
F-Kommunikations-ID zwischen SENDDP und RCVDP |
|
TIMEOUT |
Input |
TIME |
Überwachungszeit in ms für sicherheitsgerichtete Kommunikation (siehe auch Überwachungs- und Reaktionszeiten) |
|
LADDR |
Input |
INT (S7-300, S7-400) HW_SUBMODULE (S7-1200, S7-1500) |
Die Anfangsadresse (S7-300, S7-400) bzw. HW-Kennung (S7-1200, S7-1500) des Adressbereichs/Transferbereichs:
|
|
ERROR |
Output |
BOOL |
1=Kommunikationsfehler |
|
SUBS_ON |
Output |
BOOL |
1=Ersatzwerte werden ausgegeben |
|
ACK_REQ |
Output |
BOOL |
1=Quittierung für Wiedereingliederung der Sendedaten erforderlich |
|
SENDMODE |
Output |
BOOL |
1=F-CPU mit Anweisung SENDDP im deaktivierten Sicherheitsbetrieb |
|
RD_BO_00 |
Output |
BOOL |
Empfangsdatum BOOL 00 |
|
... |
... |
||
|
RD_BO_15 |
Output |
BOOL |
Empfangsdatum BOOL 15 |
|
RD_I_00 |
Output |
INT |
Empfangsdatum INT 00 |
|
RD_I_01 |
Output |
INT |
Empfangsdatum INT 01 |
|
RD_DI_00 |
Output |
DINT |
(S7-1200, S7-1500) (ausgeblendet) Empfangsdatum DINT 00 |
|
RET_DPRD |
Output |
WORD |
Nicht fehlersicherer Fehlercode RET_VAL der Anweisung DPRD_DAT (Die Beschreibung der Fehlercodes finden Sie in der Hilfe zur Anweisung DPRD_DAT("Erweiterte Anweisungen > Dezentrale Peripherie > Weitere").) |
|
RET_DPWR |
Output |
WORD |
Nicht fehlersicherer Fehlercode RET_VAL der Anweisung DPWR_DAT (Die Beschreibung der Fehlercodes finden Sie in der Hilfe zur Anweisung DPWR_DAT("Erweiterte Anweisungen > Dezentrale Peripherie > Weitere").) |
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DIAG |
Output |
BYTE |
Nicht fehlersichere Serviceinformation |
Anweisungsversionen
Für diese Anweisungen stehen mehrere Versionen zur Verfügung:
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Version |
S7-300/400 |
S7-1200 G1 |
S7-1200 G2 |
S7-1500 |
Funktion |
|---|---|---|---|---|---|
|
1.0 |
x |
— |
— |
— |
Bei der Migration von Projekten, die mit S7 Distributed Safety V5.4 SP5 erstellt wurden, wird automatisch die Version 1.0 der Anweisung verwendet. Wenn Sie ein migriertes Sicherheitsprogramm mit STEP 7 Safety Advanced erstmalig übersetzen wollen, empfehlen wir Ihnen, zuvor die Version der Anweisung auf die höchste verfügbare Version umzustellen. |
|
1.1 |
o |
— |
— |
o |
Diese Versionen sind funktional identisch zur Version 1.0. |
|
1.2 |
x |
— |
— |
o |
|
|
1.4 |
x |
— |
— |
x |
|
|
1.3 |
x |
— |
— |
o |
S7-300/400: Diese Versionen sind funktional identisch zur Version 1.0. S7-1200/1500: Statt 2 Daten vom Datentyp INT kann alternativ ein Datum vom Datentyp DINT gesendet/empfangen werden. Sonst funktional identisch zur Version 1.0. |
|
1.5 |
x |
x |
— |
x |
|
|
2.0 |
x |
x1 |
— |
x2 |
|
|
3.0 |
x |
x1 |
— |
x2 |
S7-300/400: Diese Version ist funktional identisch zur Version 2.0. S7-1200/1500:
Sonst funktional identisch zur Version 2.0 |
|
3.1 |
x |
x1 |
x |
x2 |
S7-300/400: Diese Version ist funktional identisch zur Version V3.0. S7-1200/1500:
|
Beim Anlegen einer neuen F-CPU mit STEP 7 Safety ist automatisch die höchste für die angelegte F-CPU verfügbare Version voreingestellt.
Überprüfen Sie, ob es sich bei allen Kommunikationspartnern dieser F-CPU mit SENDDP/RCVDP um F-CPUs S7-1200/1500 handelt. Verwenden Sie in diesem Fall die Version 3.1. Sonst sind nur die Versionen 3.0 oder kleiner möglich.
Weitere Informationen zur Verwendung von Anweisungsversionen erhalten Sie in der Hilfe zu STEP 7 unter "Anweisungsversionen verwenden".
Platzierung
Sie müssen die Anweisung RCVDP entweder am Anfang des Main-Safety-Blocks oder (bei F-CPUs S7-1200/1500) in einen direkt am Anfang des Main-Safety-Blocks aufgerufenen F-FB/F-FC einfügen. Im Main-Safety-Block dürfen sich davor, im F-FB/F-FC dürfen sich davor und danach keine anderen Anweisungen befinden.
Sie müssen die Anweisung SENDDP entweder am Ende des Main-Safety-Blocks oder (bei F-CPUs S7-1200/1500) in einen direkt am Ende des Main-Safety-Blocks aufgerufenen F-FB/F-FC einfügen. Im Main-Safety-Block dürfen sich danach, im F-FB/F-FC dürfen sich davor und danach keine anderen Anweisungen befinden.
Anlaufverhalten
Nach einem Anlauf des sendenden und des empfangenden F‑Systems muss die Kommunikation zwischen den Verbindungspartnern (Anweisungen SENDDP und RCVDP) erstmalig aufgebaut werden. Der Empfänger (Anweisung RCVDP) gibt für diesen Zeitraum die an seinen Eingängen SUBBO_xx und SUBI_xx bzw. alternativ SUBDI_00 anliegenden Ersatzwerte aus.
Die Anweisungen SENDDP und RCVDP signalisieren dies am Ausgang SUBS_ON mit 1. Der Ausgang SENDMODE hat die Vorbesetzung 0 und wird nicht aktualisiert, solange der Ausgang SUBS_ON = 1 ist.
Ab Version V3.0 der Anweisungen SENDDP bzw. RCVDP wird die Kommunikation erst aufgebaut, wenn eine DP_DP_ID <> 0 vorliegt.
Verhalten bei Kommunikationsfehlern
Tritt ein Kommunikationsfehler auf, z. B. durch Prüfwert-Fehler (CRC), oder nach Ablauf der Überwachungszeit TIMEOUT, oder bei F-CPUs S7-1200/1500 ab V3.0 durch Wechsel der DP_DP_ID nach Aufbau der Kommunikation auf 0, werden die Ausgänge ERROR und SUBS_ON = 1 gesetzt. Der Empfänger (Anweisung RCVDP) gibt dann die an seinen Eingängen SUBBO_xx und SUBI_xx bzw. alternativ SUBDI_00 parametrierten Ersatzwerte aus. Während der Ausgang SUBS_ON = 1 ist, wird der Ausgang SENDMODE nicht aktualisiert.
Die an den Eingängen SD_BO_xx und SD_I_xx bzw. alternativ SD_DI_00 anliegenden Sendedaten der Anweisung SENDDP werden erst wieder ausgegeben, wenn kein Kommunikationsfehler mehr festgestellt wird (ACK_REQ = 1) und Sie am Eingang ACK_REI der Anweisung RCVDP mit einer positiven Flanke quittieren.
Kommunikationsfehler treten auch auf, wenn bei Änderung der Werte von variablen DP_DP_IDs nach Aufbau der Kommunikation die Werte der DP_DP_IDs zwischen zusammengehörigen SENDDP und RCVDP temporär ungleich sind.
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Warnung |
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Eine Anwenderquittierung muss immer mit einem durch eine manuelle Bedienung generierten Signal erfolgen. Eine Durchführung mit einem automatisch generierten Signal ist nicht zulässig.* (S011) |
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* Bei Verwendung von variablen F-Kommunikations-IDs kann der Kommunikationspartner von Anweisungen SENDDP bzw. RCVDP im laufenden Betrieb gewechselt werden. Dadurch bedingte Kommunikationsfehler dürfen nur unter folgenden Bedingungen mit einem automatisch generierten Signal am Eingang ACK_REI quittiert werden:
-
Vom Sicherheitsprogramm mit der Anweisung RCVDP wird aufgrund des Prozesszustandes ein Signal "Kommunikationspartnerwechsel läuft" sicher gebildet.
-
Das Signal "Kommunikationspartnerwechsel läuft" wird nur gebildet, wenn kein Kommunikationsfehler vorliegt.
-
Während das Signal "Kommunikationspartnerwechsel läuft" vorliegt, erfolgt an der Anweisung RCVDP keine Auswertung der empfangenen Prozesswerte.
-
Die automatische Quittierung erfolgt nur, während das Signal "Kommunikationspartnerwechsel läuft" vorliegt.
-
Sicherheitstechnisch ist eine automatische Wiedereingliederung für den betreffenden Prozess zulässig.
Beachten Sie, dass der Ausgang ERROR (1 = Kommunikationsfehler) bei einem Kommunikationsfehler erstmalig gesetzt wird, wenn die Kommunikation zwischen den Verbindungspartnern (Anweisungen SENDDP und RCVDP) bereits einmal aufgebaut worden ist. Kann die Kommunikation nach erfolgtem Anlauf des sendenden und des empfangenden F-Systems nicht aufgebaut werden, überprüfen Sie die Projektierung der sicherheitsgerichteten CPU-CPU-Kommunikation, die Parametrierung der Anweisungen SENDDP und RCVDP und die Busverbindung. Informationen zu möglichen Fehlerursachen erhalten Sie auch durch Auswertung der Ausgänge DIAG, RET_DPRD bzw. RETDP_WR.
Werten Sie generell immer RET_DPRD und RETDP_WR aus, da evtl. nur einer der beiden Ausgänge eine Fehlerinformation enthalten kann.
Zeitdiagramme SENDDP/RCVDP
Ausgang DIAG
Am Ausgang DIAG der beiden Anweisungen SENDDP und RCVDP wird zusätzlich eine nicht fehlersichere Information über Kommunikationszustände für Servicezwecke zur Verfügung gestellt.
Sie können diese über Bedien- und Beobachtungssysteme auslesen oder ggf. in Ihrem Standard-Anwenderprogramm auswerten. Die DIAG-Bits 0-6 bleiben gespeichert, bis Sie am Eingang ACK_REI der Anweisung RCVDP quittieren.
Aufbau von DIAG der Anweisung SENDDP/RCVDP
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Bit Nr. |
Belegung |
Mögliche Fehlerursachen |
Abhilfemaßnahmen |
|---|---|---|---|
|
Bit 0 |
Reserve |
— |
— |
|
Bit 1 |
Reserve |
— |
— |
|
Bit 2 |
Reserve |
— |
— |
|
Bit 3 |
unzulässige DP_DP_ID |
Die DP_DP_ID ist 0. |
Überprüfen Sie die DP_DP_ID von SENDDP bzw. RCVDP. |
|
Bit 4 |
Timeout, von SENDDP/RCVDP erkannt |
Das Standard-Anwenderprogramm überschreibt Transferbereiche von SENDDP und RCVDP. |
Überprüfen Sie das Standard-Anwenderprogramm auf schreibende Zugriffe in die Transferbereiche von SENDDP und RCVDP. Beachten Sie auch indirekte Zugriffe. |
|
DP_DP_ID von SENDDP und RCVDP unterschiedlich. |
Überprüfen Sie die DP_DP_ID von SENDDP und RCVDP. |
||
|
Bei variablen F-Kommunikations-IDs wurden die Werte am Eingang DP_DP_ID gewechselt. |
Führen Sie eine Quittierung am Eingang ACK_REI durch, wenn die DP_DP_ID von SENDDP und RCVDP wieder übereinstimmen. |
||
|
Busverbindung zur Partner-F‑CPU ist gestört. |
Überprüfen Sie die Busverbindung und stellen Sie sicher, dass keine externen Störquellen vorhanden sind. |
||
|
Die Werte am Eingang TIMEOUT sind bei SENDDP und RCVDP unterschiedlich. |
Parametrieren Sie am Eingang TIMEOUT von SENDDP und RCVDP identische Werte. |
||
|
Überwachungszeit der F‑CPU und der Partner-F‑CPU zu niedrig eingestellt. |
Überprüfen Sie die parametrierte Überwachungszeit TIMEOUT an SENDDP und RCVDP beider F-CPUs. Stellen Sie ggf. einen höheren Wert ein. Übersetzen Sie das Sicherheitsprogramm erneut. |
||
|
Projektierung des DP/DP-Kopplers bzw. PN/PN Coupler ist ungültig. |
Überprüfen Sie die Projektierung des DP/DP-Kopplers bzw. PN/PN Coupler. |
||
|
Datengültigkeitsanzeige "DIA" des DP/DP-Kopplers auf "ON". |
Stellen Sie die Datengültigkeitsanzeige "DIA" am DIL-Schalter des DP/DP-Kopplers auf "OFF". |
||
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Parameter "Datengültigkeitsanzeige DIA" des PN/PN Coupler aktiviert. |
Deaktivieren Sie den Parameter "Datengültigkeitsanzeige DIA" in den Eigenschaften des PN/PN Coupler. |
||
|
Parameter "Datenstatus aktivieren" des PN/PN Coupler (ab V4.0) aktiviert. |
Deaktivieren Sie den Parameter "Datenstatus aktivieren" in den Eigenschaften des PN/PN Coupler (ab V4.0). oder S7-1200/1500: Nutzen Sie die Version V3.0 der Anweisungen SENDDP und RCVDP. |
||
|
interner Fehler des DP/DP-Kopplers bzw. PN/PN-Coupler |
Tauschen Sie den DP/DP-Koppler bzw. PN/PN Coupler aus |
||
|
STOP oder interner Fehler des CPs |
Schalten Sie den CP in RUN. Überprüfen Sie den Diagnosepuffer des CPs. Tauschen Sie, ggf. den CP aus. |
||
|
STOP oder interner Fehler der F‑CPU/Partner-F‑CPU |
Schalten Sie die F-CPUs in RUN. Überprüfen Sie den Diagnosepuffer der F-CPUs. Tauschen Sie ggf. die F-CPUs aus. |
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Bit 5 |
Sequenznummernfehler, von SENDDP/RCVDP erkannt |
siehe Beschreibung für Bit 4 |
siehe Beschreibung für Bit 4 |
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Bit 6 |
CRC-Fehler, von SENDDP/RCVDP erkannt |
siehe Beschreibung für Bit 4 |
siehe Beschreibung für Bit 4 |
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Bit 7 |
Kommunikationsprotokoll mit verbesserten Sicherheitseigenschaften ist nicht aktiv. |
Kommunikationspartner verwendet eine Anweisungsversion < V3.1 |
Rüsten Sie den Kommunikationspartner bei nächster Gelegenheit auf eine Anweisungsversion > V3.0 hoch. |
Siehe auch
Kommunikation zu S7 Distributed Safety über PN/PN Coupler (IO-Controller-IO-Controller-Kommunikation)
Kommunikation zu S7 Distributed Safety über DP/DP-Koppler (Master-Master-Kommunikation)
Kommunikation über die Anweisungen SENDDP/RCVDP bzw. SENDS7/RCVS7(S7-300, S7-400)
Sicherheitsgerichtete IO-Controller-IO-Controller-Kommunikation
Sicherheitsgerichtete Master-Master-Kommunikation
Sicherheitsgerichtete IO-Controller-I-Device-Kommunikation
Sicherheitsgerichtete Master-I-Slave-Kommunikation
Sicherheitsgerichtete IO-Controller-I-Slave-Kommunikation